Bayerische Braukunst

Das Brauhaus

Bayern ist Bierland, heißt es – und wer Bayern kennt, kennt auch das Tegernseer Bier. Gelegen am Ostufer des Tegernsees, eingebettet in das oberbayerische Voralpenland, liegt der Heimatort des Tegernseer Bieres. Hier wird seit vielen Jahrhunderten, nach alter Tradition vorzügliches Bier gebraut.

Liebe Freunde und Partner des Brauhauses,

wenn Sie unser Haus kennen, wissen Sie, dass wir lieber durch unser Tun überzeugen als mit werbeträchtigen Aussagen Aufmerksamkeit zu erregen. Gerade wenn es um vertrauensvolle Zusammenarbeit im Geschäftsleben geht, gehört aber auch dazu, dass die Partner einander kennen.

In diesem Sinne versteht sich das Druckwerk, das Sie in diesem Moment in Händen halten, nicht als breit angelegte Werbung; sondern als informative Schrift für Weggefährten und Interessierte, denen wir auf diese Weise – unaufgeregt und ohne Superlative – einen Einblick in unser Haus geben wollen: Welche Werte bestimmen unsere Unternehmenspolitik? Welcher Qualitätsanspruch treibt uns an? Wie verbinden sich gewachsene Tradition und moderne Braukompetenz?

Allen fachlichen Informationen möchten wir eine persönliche Aussage voranstellen: Brauherr oder Brauherrin in Tegernsee zu sein, war für jeden Einzelnen unserer Vorgänger eine Herzensangelegenheit. Dies ist es in besonderem Maße für uns heute. Es ist zugleich eine Aufgabe, in der Freude und Verpflichtung Hand in Hand gehen.

Herzogin Maria Anna in Bayern und Herzog Max Emanuel in Bayern.

Dazu gehört der hohe Anspruch an die Qualität unserer Biere ebenso wie die Verantwortung für unsere Heimatregion. Oder anders formuliert: Wer das Glück hat, in einer Region tätig zu sein, die an landschaftlicher Schönheit, Kultur und Brauchtum so reich ist wie das Tegernseer Tal, hat auch die Pflicht, diese Werte zu erhalten und zu pflegen.

Wenn das Herzogliche Brauhaus Tegernsee weiterhin in unverminderter Blüte steht, so ist das in erster Linie ein Verdienst der Menschen, die hier täglich arbeiten und so unserem Haus ein Gesicht und unseren Erzeugnissen ihre Qualität geben. Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gehört deshalb an dieser Stelle unser besonderer Dank.

Wir können Ihnen versprechen, dass es für jeden von uns, der sich in irgendeiner Weise um das Brauhaus bemüht, eine Verpflichtung ist, diese lange und gute Tradition auch weiterhin zu pflegen und das gerade in einer Zeit, in der angeblich nur Erfolg hat, was Trend ist. Das Gegenstück zum Kurzlebigen ist die Tradition – und das Brauhaus Tegernsee wird bleiben, was es immer gewesen ist: Eine bayerische Brauerei mit Bodenhaftung, Charakter und – erstklassigen Bieren.

Bleiben Sie uns gewogen.

Die Geschichte des Brauhauses

1675 erlangte das Benediktiner-Kloster Tegernsee beim bayerischen Kurfürsten, dass das klösterliche Braurecht, das lange im Klostermarkt Holzkirchen lokalisiert gewesen war, nach Tegernsee verlegt wurde. Damit verbunden war die Konzession zum Bierverschleiß, d.h. zum Verkauf an Wirte und zum öffentlichen Ausschank. Die Braustätte befand sich im barocken Gebäudeflügel gleich nördlich der Kirche (an der Stelle des heutigen Bräustüberls). Nach der Klosteraufhebung in der Säkularisation 1803 wurde die Brauerei von einem staatlichen Administrator geleitet, bis sie 1805 der neue Besitzer des Klosterkomplexes, Karl Joseph von Drechsel, mit übernahm.

Mit dem Erwerb der ehemaligen Klostergebäude ging die Brauerei 1817 an Bayerns ersten König – König Max I. Joseph (1756-1825) über, der sie als „Königliches braunes Brauhaus Tegernsee“ weiterführen ließ. Königinwitwe Karoline (1776-1841) war als seine Erbin bestrebt, die Brauerei auf den neuesten technischen Stand zu bringen, so dass Bier nun auch über das Tal hinaus vertrieben werden konnte. Da die Keller im Schloss selbst nicht mehr ausreichten, ließ sie 1838 den Bau eines neuen Sommerbier-Lagerkellers (auf der Anhöhe oberhalb des heutigen Kurgartens) beginnen. Ihre Besitznachfolger Prinz Karl von Bayern (1795-1875), Herzog Karl Theodor in Bayern (1839-1909), Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern (1884-1968) und Herzog Max in Bayern (*1937) bauten Braustätte, Lagerkeller und Absatzgebiet behutsam aus. In der Nachfolge ihres Vaters, ist seit 2004 Herzogin Maria Anna in Bayern alleinige Brauherrin in Tegernsee.

Mit der Brauerei war wohl von Anfang an auch ein bescheidener eigener Bierausschank verbunden. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine der bekanntesten Gaststätten Oberbayerns, beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Gästen. Das Herzogliche Bräustüberl umfasst mit mehreren Gasträumen mittlerweile fast die gesamte Fläche der früheren Klosterbrauerei. Die Bedeutung des Bräustüberls hat der Schriftsteller Eugen Roth bündig formuliert: „Wer dort nicht eine Maß – oder mehr – getrunken hat, der hat noch nicht einmal die niederen Weihen als Kenner bairischer Lebensart empfangen.“

Seit 1969 wird das gastronomische Angebot im Schloss durch ein zweites Lokal mit Ausschank herzoglicher Biere bereichert: In den historischen Malzgewölben südlich der Pfarrkirche befindet sich heute die Schlossbrennerei.

Weitere Details finden Sie in unserer Historie: Von der Klosterbrauerei bis heute

Lithographie nach Franz Xaver Nachtmann

Auffahrt vor Schloss Tegernsee. Lithographie nach Franz Xaver Nachtmann, um 1841

Historischer Stich von Wening

Wening Stich um 1700

Brauhaus Tegernsee Lastwagen um 1950

Lieferwagen vom Brauhaus Tegernsee in den 1950er Jahren